Nieder mit den Blumen! 8. März in Deutschland und Russland

 

 

8. März in Deutschland und Russland: rituelle Heuchelei oder neue Chance für die gleichberechtigung?

Der 8. März ist in Berlin in diesem Jahr erstmals offizieller Feiertag. Im postsowjetischen Raum sowie in der ehemaligen DDR wird die Debatte um die Art der Begehung des Internationalen Frauentages jedoch schon seit Jahrzehnten geführt. Im Sozialismus spielte die feministische Agenda kaum eine Rolle. In den Ostblockstaaten verschwand die kritische Auseinandersetzung um die Emanzipation sehr schnell aus dem offiziellen Diskurs. Hingegen wurden Aspekte wie Mobilisierung und Weiblichkeit zunehmend stärker propagiert. Hervorgehoben wurde der „weibliche Anteil“ und Frauen wurden „bemitleidet“.

Um Anmeldung wird gebeten!

Die Ästhetisierung der Weiblichkeit wurde zum unverzichtbaren Attribut des 8. März, wie die Bezeichnung „das schwache Geschlecht“ zeigt. Anders als von den Begründerinnen der sozialdemokratischen Bewegung erdacht, wurde der Tag von autoritären Diskursen vereinnahmt und im Alltag stilisiert als Tag des „schwachen Geschlechts“.

 

In einer kritischen Auseinandersetzung soll es darum gehen, Antworten auf folgende Fragen zu suchen: Was und wie wird gefeiert? Geht es um Ausbeutung oder Emanzipation der Frauen? Doppelte Mobilisierung? Wie sollte man Sinn und Rituale bekämpfen, die am symbolischen Tag des Gedenkens an die Gleichheit doch nur die Ungleichheit zementieren? Was lässt sich derartigen weit verbreiteten Auffassungen und Ritualen entgegenstellen?

Auf diese und viele weitere Fragen werden wir Antworten suchen zusammen mit:

Dr. Elena Zdravomyslova, Soziologin, Prof. an der Europäischen Universität St. Petersburg und

Dr. Polina Aronson, Soziologin, Redakteurin bei Open Democracy Russia

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